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<channel><title><![CDATA[DANI*EL BARTEL - Blog]]></title><link><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog]]></link><description><![CDATA[Blog]]></description><pubDate>Fri, 31 Jul 2026 21:45:13 +0200</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Nicht mehr aktuell]]></title><link><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/nicht-mehr-aktuell]]></link><comments><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/nicht-mehr-aktuell#comments]]></comments><pubDate>Sun, 14 Jul 2024 14:28:18 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.daniel-bartel.de/blog/nicht-mehr-aktuell</guid><description><![CDATA[Diese Website wurde seit 2021 nicht mehr wirklich gepflegt.Ein paar neuere Beitr&auml;ge sind auf LinkedIn zu finden. [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Diese Website wurde seit 2021 nicht mehr wirklich gepflegt.<br /><br />Ein paar neuere Beitr&auml;ge sind auf <a href="https://www.linkedin.com/in/danbar87/" target="_blank">LinkedIn</a> zu finden.<br></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Transformative Startups und die Neudefinition des Unternehmertums]]></title><link><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/transformative-startups-und-die-neudefinition-des-unternehmertums]]></link><comments><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/transformative-startups-und-die-neudefinition-des-unternehmertums#comments]]></comments><pubDate>Mon, 01 Nov 2021 12:48:58 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.daniel-bartel.de/blog/transformative-startups-und-die-neudefinition-des-unternehmertums</guid><description><![CDATA[&Ouml;kologische und gesellschaftliche Faktoren finden auch innerhalb der Startup-Szene zunehmend Beachtung. Aber die Diskussion &uuml;ber die Verbindung von Gemeinn&uuml;tzigkeit und wirtschaftlicher Gen&uuml;gsamkeit steht noch am Anfang. Ein Beitrag von Daniel Bartel.  Was folgt aus der Klimakrise f&uuml;r unsere Wirtschaft(sweisen) und das Denken dar&uuml;ber? Im Angesicht der Fridays-for-Future-Proteste hat sich aus dem Netzwerk Plurale &Ouml;konomik eine neue Initiative herausgebildet: Eco [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph" style="text-align:left;">&Ouml;kologische und gesellschaftliche Faktoren finden auch innerhalb der Startup-Szene zunehmend Beachtung. Aber die Diskussion &uuml;ber die Verbindung von Gemeinn&uuml;tzigkeit und wirtschaftlicher Gen&uuml;gsamkeit steht noch am Anfang. Ein Beitrag von Daniel Bartel.<br /></div>  <blockquote style="text-align:left;"><em>Was folgt aus der Klimakrise f&uuml;r unsere Wirtschaft(sweisen) und das Denken dar&uuml;ber? </em><em>Im Angesicht der Fridays-for-Future-Proteste hat sich aus dem Netzwerk Plurale &Ouml;konomik eine neue Initiative herausgebildet: <a href="https://econ4future.de" target="_blank">Economists for Future</a>. </em><em>Mit der gleichnamigen Debattenreihe werden zentrale Fragen einer zukunftsf&auml;higen Wirtschaft in den Fokus ger&uuml;ckt. Im Zentrum stehen nicht nur kritische Auseinandersetzungen mit dem Status Quo der Wirtschaftswissenschaften, sondern auch m&ouml;gliche Wege und angemessene Antworten auf die dringlichen Herausforderungen. Dabei werden verschiedene Orientierungspunkte f&uuml;r einen tiefgreifenden Strukturwandels diskutiert.&nbsp;</em><br /><br /><br /><em>Dies ist ein peer-reviewed Debattenbeitrag f&uuml;r Economists for Futurem welcher im Makronom Digitalmagazin erschienen ist. Alle Beitr&auml;ge, die bisher im Rahmen der Serie erschienen sind, finden Sie <a href="https://makronom.de/economists-for-future" target="_blank">hier</a>.</em><br /></blockquote>  <div class="paragraph" style="text-align:left;"><br /><font size="4"><strong>Das Ende vom Nacheifern des Silicon Valleys</strong></font><br />&nbsp;<br />Unternehmensgr&uuml;ndungen von heute pr&auml;gen die Standards von morgen. Allein in Deutschland gibt es j&auml;hrlich ca. 400.000 Neugr&uuml;ndungen, davon entfallen <a href="https://www.daniel-bartel.de/was-ist-ein-startup.html">etwa 20.000 auf die High-Tech-Branche</a>. Startups starten klein, flexibel und sind oft innovative Pioniere sowie Vorbilder f&uuml;r etablierte Unternehmen, bis sie im Erfolgsfall selbst zu einflussreichen Mitgestaltern unserer Gesellschaft werden.<br />&nbsp;<br />&Ouml;kologische und gesellschaftliche Faktoren waren bis vor wenigen Jahren innerhalb der Startup-Szene selten ein Thema. Doch die Debatten um ein nachhaltiges Wirtschaften sowie <a href="https://www.factory-magazin.de/themen/vielfalt/plural-statt-monologisch.html">alternative</a> <a href="https://www.factory-magazin.de/themen/vielfalt/plural-statt-monologisch.html">&ouml;konomische</a> <a href="https://www.factory-magazin.de/themen/vielfalt/plural-statt-monologisch.html">Ans&auml;tze</a> werden immer lauter und Innovationen gelten als <a href="https://www.ioew.de/publikation/innovationen_fuer_nachhaltigkeit/">K&ouml;nigsweg</a>, um eine &ouml;kologische Modernisierung und nicht zuletzt einen &ouml;kologischen Strukturwandel sozialvertr&auml;glich zu erreichen.<br />&nbsp;<br />Megatrends aus dem Silicon Valley zeigen jedoch, dass innovative Vorhaben ihre sozialen Versprechen oftmals nicht einhalten: So sollte die Sharing Economy in den 2010er-Jahren die Produktion neuer G&uuml;ter und deren Kosten drastisch reduzieren (siehe auch: Jeremy Rifkin und seine Theorie einer Null-Grenzkosten-Gesellschaft). &bdquo;Leihen statt Kaufen&ldquo; versprach den Ausstieg aus dem st&auml;ndigen und <em>ressourcenintensiven</em> Konsum. Doch w&auml;hrend eine &bdquo;Revolution des Teilens&ldquo; ausblieb, folgen Skandale auf Skandale der auf <a href="https://saschalobo.com/2014/09/03/sharing-economy-und-plattform-kapitalismus/">Monopolisierung ausgerichteten Plattformmodelle</a>.<br /><br />Diesen Gedanken diametral gegen&uuml;ber steht die urspr&uuml;ngliche Utopie der Sharing Economy. Beispiele wie der Marktplatz <a href="https://www.fairmondo.de/">Fairmondo</a>, welcher viele Produkte zu fairen Konditionen bereith&auml;lt oder der alternative Lieferdienst <a href="https://kolyma2.coopcycle.org/de/">Kohra</a>, welcher genossenschaftlich organisiert ist, kommen selten aus der Nische. Warum dennoch ununterbrochen dem turbokapitalistischen Silicon Valley-Mindset nachgeeifert wird, ist auch dem Gr&uuml;ndungsdirektor der Bundesagentur f&uuml;r Sprunginnovationen,&nbsp;Rafael Laguna de la Vera, suspekt. Er&nbsp;m&ouml;chte die Gewinne aus den Plattform-Monopolen in eine <a href="https://www.netzpiloten.de/agentur-fuer-sprunginnovationen/">gerechtere Wertsch&ouml;pfung</a> umverteilen.<br />&nbsp;<br />Die vorherrschende Logik lautet bislang: Die Kund:innen werden befriedigt, w&auml;hrend der &ouml;konomische Nutzen f&uuml;r alle Anteilseigner:innen maximiert wird. Ziel eines rasanten Wachstums ist dann oftmals der sogenannte Exit, also der Verkauf des Startups. In der jetzigen Startup-Welt ist dieses Anh&auml;ufen von Geld ein vorherrschendes Wirtschaftsmotiv der involvierten Akteure. Dies befeuert einen Kreislauf, der immer h&ouml;here Risikokapitalsummen und Bewertungen, globale Expansionszw&auml;nge sowie Zu- und Aufk&auml;ufe ausl&ouml;st. Mit der &Uuml;bernahme von Gesch&auml;ftsanteilen erfolgt zugleich eine Anpassung an die Gesch&auml;ftsmodelllogik der Investor:innen.<br />&nbsp;<br />2020 ordneten sich <a href="https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/startups/deutscher-startup-monitor-2020.html">43% aller Startups in Deutschland</a> der &bdquo;Green Economy&ldquo; zu, stellen aber paradoxerweise weiterhin Wachstum und Kapitalisierung in den Vordergrund &ndash; wie im 2020 ordneten sich <a href="https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/startups/deutscher-startup-monitor-2020.html">43% aller Startups in Deutschland</a> der &bdquo;Green Economy&ldquo; zu, stellen aber paradoxerweise weiterhin Wachstum und Kapitalisierung in den Vordergrund &ndash; wie im Silicon Valley. In einer aktuellen <a href="https://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuelles/nachhaltiges-wirtschaften-in-deutschland-was-wir-nicht-wissen/">Studie</a> hat der Rat f&uuml;r Nachhaltige Entwicklung versucht, den Anteil von nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen zu erfassen &ndash; und kommt je nach Szenario auf nur 0,1 bis maximal 6,8 Prozent aller deutschen Unternehmen. So m&uuml;ssen sich gr&uuml;ne Banken wie die GLS-Bank oder die Neobank Tomorrow, die das Geld ihrer Mitglieder nachhaltiger anlegen, gegen&uuml;ber immer neuen Tech-Riesen wie die Direktbank N26 und Co. behaupten, weil nicht-nachhaltige Gesch&auml;ftspraktiken auf Kosten der Allgemeinheit wirtschaften k&ouml;nnen, w&auml;hrend nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen diverse H&uuml;rden und zus&auml;tzliche Aufw&auml;nde beziehungsweise eine geringere Rendite stemmen m&uuml;ssen.<br /><br />Dennoch zeigen zahlreiche Beispiele schon heute auf, dass Unternehmensgr&uuml;ndungen m&ouml;glich sind, die Teil einer zukunfts-kompatiblen und lebensdienlichen Welt sein wollen. Sie sammeln sich unter den Begriffen wie Impact Startups, Post Growth und Transformative Entrepreneurship, Low-Profit und Open Social Innovation oder auch Civic Entrepreneurship. Boyd Cohen hat weitere Beobachtungen in seinem Buch &bdquo;<a href="https://www.routledge.com/Post-Capitalist-Entrepreneurship-Startups-for-the-99/Cohen/p/book/9781138713390">Post-Capitalist Entrepreneurship &ndash; Startups for the 99%&ldquo;</a> skizziert. Vordenker:innen wie Reinhard Pfriem besch&auml;ftigen sich gar schon seit den 1970ern mit neuen und ethischen Unternehmenstheorien, die eine <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dkc6DJpXrrI">Neuerfindung des Unternehmertum</a>s implizieren.<br />&nbsp;<br /><strong><font size="4">Neues Unternehmertum wirtschaftet im Rahmen von Umwelt und Gesellschaft </font></strong><br />&nbsp;<br />In der &Ouml;konomie wird oft das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-S&auml;ulen-Modell_(Nachhaltigkeit)">Drei-S&auml;ulen-Modell der Nachhaltigkeit</a> herangezogen. So stehen im Idealfall &ouml;kologische Nachhaltigkeit sowie die &ouml;konomische und die soziale Dimension gleichberechtigt nebeneinander: <em>Planet, People, Profit.</em> Doch in der Realit&auml;t ist die Gleichstellung bei klassischen Unternehmen nicht zu beobachten und sp&auml;testens bei der n&auml;chsten Krise verengt sich der Blick auf die Gewinnmarge. Zudem gibt es noch immer <a href="https://www.ressourcenwende.net/blog/zusammenfassung-der-studie-ist-gruenes-wachstum-moeglich/">keinen Beweis</a>, dass ein &bdquo;gr&uuml;nes Wachstum&ldquo; m&ouml;glich ist. Ein besseres Verst&auml;ndnis kann daher das Vorrangmodell der starken Nachhaltigkeit bieten. Hier ist die &Ouml;konomie eingebettet in Natur und Gesellschaft. Es gilt also als Grundannahme: <em>Planet over People und People over Profit.</em><br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0px;margin-right:0px;text-align:center"> <a> <img src="https://www.daniel-bartel.de/uploads/6/1/4/3/6143175/dgps-experience-2021-tag-1_orig.png" alt="Bild" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%">In Anlehnung an https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-S%C3%A4ulen-Modell_(Nachhaltigkeit)</div> </div></div>  <div class="paragraph" style="text-align:left;"><br />Jedem sollte einleuchten, dass die Menschheit die Natur zum Leben braucht, denn ohne Natur und Menschen gibt es weder Ressourcen noch Absatzm&auml;rkte. Unternehmerisches Handeln sollte daher prim&auml;r dem Gemeinwohl dienen, eine Verpflichtung, die bereits in der <a href="https://web.ecogood.org/de/idee-vision/darum-gemeinwohl/">Verfassung vieler Staaten</a> verankert ist. Die neue unternehmerische Praxis ist folglich eine Besinnung auf das Wesentliche: auf die &Uuml;bernahme gesellschaftlicher Verantwortung, ein Handeln innerhalb planetarer Grenzen und sozialer Fundamente (z.B. im Rahmen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donut-&Ouml;konomie">Donut-&Ouml;konomie</a>), das Finden neuer Wege der Wertsch&ouml;pfung, die dem Erhalt von Natur und Umwelt und der aktiven Unterst&uuml;tzung einer notwendigen sozial-&ouml;kologischen Transformation. Auf diese Weise entsteht ein neuer L&ouml;sungsraum f&uuml;r Ideen rund um soziale Innovationen und die Regeneration von Natur und Umwelt.<br /><br />Beispiele daf&uuml;r finden sich z.B. mit Ecosia, einem Suchmaschinen-Anbieter, der B&auml;ume pflanzt. Zus&auml;tzlich verhindert die <a href="https://purpose-economy.org/de/companies/ecosia/">Bindung des eigenen Verm&ouml;gens</a> den so genannten Mission-Drift. Dies in Kombination mit einer <a href="https://www.wetell.de/ueber-uns/news/werteorientierte-finanzierung-das-wetell-whitepaper/">werteorientierten Finanzierung</a> &ndash; siehe auch WEtell, einem nachhaltigen Mobilfunkanbieter &ndash; sichert die Unabh&auml;ngigkeit, so dass in der Wachstumsphase die eigene Mission an oberster Stelle stehen bleibt und die Strategie von au&szlig;en nicht beeinflusst wird. Aber auch <em>Exnovation</em> &ndash; also die bewusste Beendigung (nicht mehr) nachhaltiger Praktiken, Technologien oder Nutzungssysteme &ndash; geh&ouml;rt zu den wohl spannendsten unternehmerischen Herausforderungen transformativer Organisationen, beispielsweise die Erm&ouml;glichung eines beschleunigten Kohleausstiegs.<br />&nbsp;<br /><br /><font size="4"><strong>Neues Unternehmertum findet neue Organisationsstrukturen </strong></font><br />&nbsp;<br />Das reine Umsetzen oder Verbessern operativer Gesch&auml;ftsmodelle oder der Einsatz effizienter Technologien allein reichen dabei nicht aus. Beherzte Corporate-Social-Responsibility-Ma&szlig;nahmen lassen etablierte sowie neue Organisationen zwar oftmals in der &Ouml;ffentlichkeit in einem guten Licht erscheinen, doch im Kern kann das grenzenlose Wachsen einer konventionellen L&ouml;sung, gepaart mit Rebound-Effekten, in der Gesamtwirkung einen negativen Impact aufweisen. Anstelle von Nutzenmaximierung oder echtem Umweltschutz steht dann oftmals die Maximierung der Reichweite im Vordergrund, um m&ouml;gliche Kunden mit immer raffinierteren Methoden, Tracking-Algorithmen und unterschwelligen Botschaften zu erreichen. Durch einen gr&uuml;nen Anstrich wird sich zudem eine fortdauernde Gewinnmarge versprochen.<br />&nbsp;<br />Radikale Pioniere der Nachhaltigkeit sind hingegen Unternehmende, die mit einem neuen Ethikverst&auml;ndnis und der Integration aller Ber&uuml;hrungsgruppen neuartige Gesch&auml;ftsmodelle finden und betreiben. So entwickeln Sozialunternehmende im Rahmen ihrer Vorarbeit eine sogenannte <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Theory_of_change">Theory of Change</a>, um Probleme zu l&ouml;sen. Es soll die Transformation bestehender Branchen ansto&szlig;en, so wie WEtell als Beispiel im Mobilfunkmarkt vorangeht. Immer mehr Vorreiter stellen dabei auch das ewige Wachstum in Frage. So hat beispielsweise die Outdoor-Kleidermarke Patagonia bekanntgegeben, <a href="https://nzzas.nzz.ch/wirtschaft/patagonia-will-nicht-mehr-wachsen-sagt-der-ceo-der-outdoor-marke-ld.1596786?reduced=true">nicht mehr wachsen</a> zu wollen. Zudem kann sogar das eigene Ende des Vorhabens offen thematisiert werden, wenn das eigentliche Problem gel&ouml;st w&auml;re.<br />&nbsp;<br />Da Natur und Mensch im Mittelpunkt stehen, folgt auch die Organisation der Arbeit neuen Leitlinien wie &bdquo;<a href="https://www.neuenarrative.de/magazin/">New Work</a>&ldquo;: Hier k&ouml;nnen Mitarbeitende selbstorganisiert Verantwortung &uuml;bernehmen und mancherorts sogar die Geh&auml;lter selbst bestimmen. Das gemeinschaftlich erarbeitete Verm&ouml;gen wird fair verteilt. Denn der Glaube, dass der Wohlstand der Reichsten einer Gesellschaft nach und nach durch deren Konsum und Investitionen in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern und zu Wirtschaftswachstum f&uuml;hren w&uuml;rde, wurde bereits mehrfach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Trickle-down-Theorie">widerlegt</a><em>.</em> So wenden produzierende Organisationen, wie der Barfu&szlig;schuhhersteller Wildlings, moderne Organisationstheorien wie <a href="https://www.denkmodell.de/reinventing-organizations/">Reinventing Organisations</a> von Frederic Laloux an. Und der Hamburger Unternehmer Uwe L&uuml;bbermann vom Premium-Kollektiv zeigt seit zirka 20 Jahren in der Getr&auml;nkebranche, wie konsensbasiertes Arbeiten mit &uuml;ber 1.700 Partnern und Einheitslohn bei kompletter Vertragslosigkeit funktioniert. Als Eigent&uuml;mer verdient er nicht mehr Gehalt als seine Mitarbeitenden, sieht aber zus&auml;tzliche Vorteile des Kollektivs als <a href="https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/den-kapitalismus-reparieren-uwe-luebbermann-und-sein-etwas-anderer-unternehmergeist-100.html">gehalts-voll</a> an: die Sicherheit des Lohnes, die Freiheit des selbstbestimmten Arbeitens, den Sinn der T&auml;tigkeit, seine Reichweite als Pionier sowie die M&ouml;glichkeit, sich st&auml;ndig weiterzubilden.<br /><br />Nicht zuletzt hat der Commons- sowie der Open Source-Ansatz viele Vorteile gegen&uuml;ber propriet&auml;ren Ans&auml;tzen, man denke an die Demokratisierung von Wissen durch Wikipedia. Oder an die offene Initiative &bdquo;<a href="https://www.wirfuerdigitalisierung.de/">Wir f&uuml;r Digitalisierung</a>&ldquo; zur Eind&auml;mmung der Pandemie, deren Architektur zur Kontaktverfolgung immense Vorteile gegen&uuml;ber der mittlerweile sehr <a href="https://www.ccc.de/de/updates/2021/luca-app-ccc-fordert-bundesnotbremse">umstrittenen Luca-App</a> hat. Trotzdem sind Risikokapitalgebende wie etwa der prominente Rapper Smudo aufgrund der vorherrschenden Wirtschaftsordnung motivierter, ihre Investitionen in solchen gewinnmaximierenden Systemen zu mehren, anstatt durch ein anderes Wirtschaften &bdquo;der Gesellschaft zur&uuml;ckgeben&ldquo; zu k&ouml;nnen. Ohnehinn fordern Iniativen wie &bdquo;<a href="https://publiccode.eu/de/">Public Money = Public Code</a>&ldquo;, dass mit &ouml;ffentlichen Mitteln finanzierte oder eingekaufte Software, so wie bei der Luca-App, Quellcode auch der &Ouml;ffentlichkeit zur Verf&uuml;gung gestellt wird.<br /><br /><br /><font size="4"><strong>Neues Unternehmertum folgt anderen Regeln und Kennzahlen</strong></font><br />&nbsp;<br />Neue Unternehmer:innen engagieren sich aktiv f&uuml;r strukturelle Reformen, die H&uuml;rden und Nachteile f&uuml;r Organisationen mit Fokus auf eine positive Wirkung abbauen. So fordert Zarah Bruhn, die Gr&uuml;nderin von SocialBee, einer gemeinn&uuml;tzigen Plattform zur Mitarbeiter:innen&uuml;berlassung von Gefl&uuml;chteten, <a href="https://enorm-magazin.de/wirtschaft/social-business/social-entrepreneurship/social-start-ups-wir-brauchen-eine-neue-gewinnformel">eine neue Gewinnformel</a> zu erm&ouml;glichen, die gesellschaftliche Einsparungen als Teil der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisbar und bewertbar macht. Denn Sozialunternehmen ersparen dem Staat und damit den Steuerzahler:innen eine Menge Geld, indem sie beispielsweise Gefl&uuml;chtete qualifizieren und diese somit weniger auf Sozialleistungen angewiesen sind. Zus&auml;tzliche Anstrengungen werden hierf&uuml;r bewusst in Kauf genommen und klassische Opportunit&auml;ten, wie etwa durch Kosteneinsparungen oder aggressives Wachstum, liegen gelassen. &bdquo;<a href="https://www.regionalwert-ag.de/forschungsprojekte-der-regionalwert-ag-freiburg/richtig-rechnen/">Richtig rechnen</a>&ldquo; wollen auch immer mehr B&uuml;rgeraktiengesellschaften der Regionalwert AG, indem sie die Einbeziehung der monet&auml;ren Bewertung externer Effekte in die Finanzbuchhaltung forcieren. Andere Unternehmen &ndash; gemeinn&uuml;tzige sowie gewinnorientierte Startups &ndash; lassen sich eine <a href="https://web.ecogood.org/de/unsere-arbeit/gemeinwohl-bilanz/">Gemeinwohl-Bilanz</a> ausstellen. Unter diesen neuen Leitlinien verliert das konventionelle, kostenoptimierende und wettbewerbsorientierte Handeln seine jetzigen Vorteile. Ganz entkoppelt von der traditionellen Marktlogik wirtschaften etwa <a href="https://makronom.de/gemeinschaftsgetragen-wirtschaften-39659">gemeinschaftsbasierte Organisationen</a>: Hier wird das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft auf andere Branchen &uuml;bertragen. Mittels Crowdfunding und Crowdinvesting etablieren sich zudem neue Finanzierungsmodelle zur Verwirklichung von Projekten. Manche &uuml;bergeben diese im Erfolgsfall an die Allgemeinheit oder den Staat (&bdquo;<a href="https://e2c.how/">Exit to Community</a><u>&ldquo;</u>). &nbsp;So entstehen Prototypen einer ko-kreativen &Ouml;konomie bis hin zu Ans&auml;tzen tauschlogikfreien Wirtschaftens.<br />&nbsp;<br /><br /><font size="4"><strong>Neues Unternehmertum zeigt eine neue Haltung</strong></font><br /><br />High-Tech-Unternehmen bewegen sich auf einem schmalen Grad: Sind sie Teil eines neuen digitalen Humanismus oder f&ouml;rdern sie, wenn auch unbewusst, einen digital-erm&auml;chtigten Totalitarismus? Der WBGU, ein wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung zu Fragen der globalen Umweltver&auml;nderungen, hat in seinem <a href="https://www.wbgu.de/de/publikationen/publikation/unsere-gemeinsame-digitale-zukunft">Hauptgutachten &bdquo;Digitale Gesellschaft&ldquo;</a> bereits 2016 auf diese Gefahr hingewiesen. Dem Leitbild Neuen Unternehmertums folgend, ist darauf zu achten und aktiv zu handeln, damit die Demokratien und die Souver&auml;nit&auml;t des Einzelnen gest&auml;rkt werden. So verzichten beispielsweise immer mehr digitale Projekte komplett auf Tracking durch Cookies.<br />&nbsp;<br />Daraus folgt nicht nur die Aufgabe, Fehlentwicklungen in der eigenen Branche zu verhindern, sondern diese gar nicht erst zu erm&ouml;glichen. B&uuml;rger:innen k&ouml;nnen jedenfalls unm&ouml;glich durch ihr blo&szlig;es Konsumverhalten die dringenden Ver&auml;nderungen bewirken, noch all das Wissen hierf&uuml;r erlangen. Allein deshalb schon nicht, weil ausreichende Alternativen oftmals schlicht noch nicht angeboten werden.<br />&nbsp;<br />Auch die innere Haltung entfaltet ihre Wirkung: 2017 startet daher die von Gr&uuml;nderinnen initiierte Gegenbewegung &bdquo;<a href="https://www.daniel-bartel.de/blog/zebra-startups-reparieren-das-was-einhorner-kaputt-machen">Zebras</a><u> United&ldquo;</u>: Sie verweigern sich dem m&auml;nnlich-dominierenden Gr&uuml;ndungsstil, dem Sexismus und dem Motto &bdquo;h&ouml;her, schneller, weiter&ldquo;. In B&uuml;chern wie &bdquo;Brotopia&ldquo; wird diese toxisch-m&auml;nnliche Machtmechanismen im Silicon Valley analysiert. Sogenannte Zebra-Startups stehen hier f&uuml;r ein neues Paradigma, f&uuml;r ein &bdquo;gen&uuml;gsames, achtsames und lokales&ldquo; Wirken und f&uuml;r ein gutes Leben f&uuml;r alle anstatt f&uuml;r wenige. &nbsp;Sie bringen schwarz und wei&szlig; in Einklang: die Gewinn- und Gemeinwohl-Orientierung. F&uuml;r traditionelle Risikokapitalgebende sind diese Startups eher unattraktiv, da unter anderem eine (feindliche) &Uuml;bernahme ausgeschlossen ist. Dabei sind <a href="https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/female-founders-monitor/">frauengef&uuml;hrte Gr&uuml;ndungen mit knapp 16%</a> insgesamt noch klar in der Minderheit, wo doch ihr Anteil im Bereich der Sozialunternehmen, die bereits oft eine post-industrielle Arbeitsweise und Haltung verinnerlicht haben, bei <u>fast 50% liegt. </u><br />&nbsp;<br /><br /><font size="4"><strong>Neues Unternehmertum ist Bestandteil der Bildungs- und F&ouml;rderlandschaft</strong></font><br />&nbsp;<br />Tausende Hochschulabsolvent:innen entscheiden sich jedes Jahr f&uuml;r die Selbstst&auml;ndigkeit. Dabei werden sie h&auml;ufig von speziellen Forschungstransfers und Hochschulprogrammen unterst&uuml;tzt. Jedoch verhindern die F&ouml;rderrichtlinien von Bund und EU oftmals, dass die zuk&uuml;nftigen Unternehmenden alternative Gr&uuml;ndungsformen kennenlernen. Auch F&ouml;rderbanken, Wirtschaftsf&ouml;rderungen, Gr&uuml;ndungszentren sowie private Startup-Programme (Inkubatoren und Acceleratoren) f&ouml;rdern bislang kaum plural-&ouml;konomische Wirtschaftsperspektiven. Gemeinwohlorientierte Projekte ohne gro&szlig;e Wachstumsambitionen fallen zudem oftmals durch das Raster technologie-fokussierter F&ouml;rderstrukturen. Gef&ouml;rdert werden also vor allem profit- und wachstumsorientierte Unternehmensformen. Dabei sind auch hier andere Wege denkbar, wie das Wuppertal-Institut mit einem Leitfaden f&uuml;r eine neue <a href="https://www.wirtschaftsfoerderungviernull.de/">Wirtschaftsf&ouml;rderung 4.0</a> aufzeigt. Gleichwohl lassen sich bereits einige Ver&auml;nderungen in der Innovationsberatung beobachten: Vor wenigen Jahren hat die amerikanische Beraterin und Autorin Ann Mei Chang das <a>Lean Startup-Vorgehensmodell</a> radikal-kundenzentrierter und agiler Wertsch&ouml;pfung aufgegriffen und auf wirkungsorientierte Organisationen &uuml;bertragen. Sie spricht im Zuge dessen von <a href="https://www.mak3it.de/">Lean Impact</a>, wo eine schnelle Validierung der Wirksamkeitsannahmen statt des Gesch&auml;ftsmodells im Vordergrund steht.<br />&nbsp;<br />Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis nachhaltigkeitsorientiertes Wirtschaften nicht mehr nur als ein Zusatz, sondern als Kern der Betriebswirtschaftslehre begriffen werden k&ouml;nnte. So setzt die Hochschule Darmstadt beispielsweise bereits auf <a href="https://sne.h-da.de/">Systeminnovationen</a>, w&auml;hrend sich Studierenden-Initiativen wie das <a href="http://www.plurale-oekonomik.de/netzwerk-plurale-oekonomik/">Netzwerk Plurale &Ouml;konomik</a> an zahlreichen Hochschulen f&uuml;r eine Reform der Wirtschaftswissenschaften einsetzen. Anderorts l&auml;sst sich dies schon studieren, z.B. an der Cusanus Hochschule oder im Master-Studiengang plurale &Ouml;konomik der Universit&auml;t Siegen. Das Programm &bdquo;<a href="https://fit-fuer-sozialunternehmen.de/">Fit f&uuml;r Sozialunternehmen</a>&ldquo; vom Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. hilft &uuml;berdies Gr&uuml;ndungsberatenden und ihren Institutionen dabei, Vorhaben mit Wirkungsorientierung zu begleiten. Schulkinderfirmen sowie die Innovationsabteilungen etablierter Organisationen k&ouml;nnten diese Formen ebenfalls adaptieren.<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br /><font size="4"><strong>Neues Unternehmertum wird zum Korrektiv aktueller Wirtschaftspraxis</strong></font><br />&nbsp;<br />Noch vor wenigen Jahren unvorstellbar, bieten nun nicht nur technologische Errungenschaften, sondern auch viele Nichtregierungsorganisationen, die solidarische Landwirtschaft und sogar Aktivismus einen guten Orientierungs- und Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r ein ausgeglichenes Unternehmertum, das fair ist und allen dient. Gleichzeitig m&uuml;ssen Green- und Social Washing verhindert werden: &Auml;hnlich wie die <a href="https://www.transparency.de/mitmachen/initiative-transparente-zivilgesellschaft/?L=0">Initiative transparente Zivilgesellschaft</a> eine hohe Transparenz sicherstellt und damit Vertrauen f&uuml;r den Non-Profit Bereich erm&ouml;glicht, zeigt die wachsende Bewegung der <a href="https://baremetrics.com/blog/open-startups">Open Startups</a> eindrucksvoll, dass dies auch bei kommerziellen Jungunternehmen &ndash; teils sogar in Echtzeit &ndash; gelebt wird. Die Diskussion &uuml;ber die Verbindung von Gemeinn&uuml;tzigkeit und wirtschaftlicher Gen&uuml;gsamkeit steht jedoch noch am Anfang und ber&uuml;hrt zugleich auch soziokulturelle Dimensionen.<br />&nbsp;<br />Neues Unternehmertum denkt Wirtschaft und Ethik zusammen und steht aktiv f&uuml;r eine andere Art des Wachstums ein. Dies sorgt f&uuml;r positive Ver&auml;nderungen sowie f&uuml;r die Reparatur und Regeneration von Umwelt- und Sozialstrukturen, die von traditionellem wirtschaftlichem Denken und Handeln gesch&auml;digt wurden. Zur vollen Entfaltung zukunftsweisender Potenziale sind entsprechende &Auml;nderungen der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erforderlich, die eine unabh&auml;ngige gemeinwohl- und nachhaltigkeitsorientierte Ausrichtung st&uuml;tzen und sch&uuml;tzen.<br />&nbsp;<br /><br /><br /><font size="4"><strong><em>&Uuml;ber den Autor:</em></strong></font><br /><em>Daniel Bartel ist Gemeinwohl-&Ouml;konom, Speaker und seit 2010 selbstst&auml;ndiger Gesch&auml;ftsmodell-Berater sowie Online-Trainer in den Bereichen (Social) Entre- &amp; Intrapreneurship. Als Aussteiger aus der klassischen Startupszene hilft er neuen Organisationen aller Formen und denen, die es ernst meinen, Gemeinwohl-Innovationen umzusetzen und die Gro&szlig;e Transformation f&uuml;r eine lebensdienliche Zukunft mitzugestalten. </em><br /></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[13 Wege, wie man eine Präsentation ruiniert]]></title><link><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/13-wege-wie-man-eine-prasentation-ruiniert]]></link><comments><![CDATA[https://www.daniel-bartel.de/blog/13-wege-wie-man-eine-prasentation-ruiniert#comments]]></comments><pubDate>Wed, 09 May 2018 19:30:14 GMT</pubDate><category><![CDATA[Value Proposition Design]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.daniel-bartel.de/blog/13-wege-wie-man-eine-prasentation-ruiniert</guid><description><![CDATA[       Im Rahmen der Beyond Tellerand D&uuml;sseldorf war ich heute beim Workshop "Presenting work with confidence" von Mike Monteiro. Mike besitzt eine Design-Agentur in den USA. Googelt man nach ihm, findet man neben Erfolgen auch Provokationen um umstrittene Positionen. Einer "mit Kante" also.&nbsp;Mein Ziel war es, als Keynotespeaker f&uuml;r digitale Transformation meine Vortragstechniken zu sch&auml;rfen. Konkret geht es darum, die erkl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Themen zu Corporate Innova [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.daniel-bartel.de/uploads/6/1/4/3/6143175/575508591.jpg" alt="Bild" style="width:100%;max-width:1100px" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph">Im Rahmen der <a href="https://beyondtellerrand.com/" target="_blank">Beyond Tellerand D&uuml;sseldorf</a> war ich heute beim Workshop "Presenting work with confidence" von Mike Monteiro. Mike besitzt eine Design-Agentur in den USA. Googelt man nach ihm, findet man neben Erfolgen auch Provokationen um umstrittene Positionen. Einer "mit Kante" also.&nbsp;Mein Ziel war es, als <a href="https://www.daniel-bartel.de/vortraumlge.html">Keynotespeaker f&uuml;r digitale Transformation</a> meine Vortragstechniken zu sch&auml;rfen. Konkret geht es darum, die erkl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Themen zu <a href="https://www.daniel-bartel.de/intrapreneurship.html">Corporate Innovation</a> besser r&uuml;berzubringen, mehr zu begeistern und die L&uuml;cke zwischen mir als Digital Native und der im Schnitt wesentlich &auml;lteren Zuh&ouml;rer (darunter auch Top-Manager, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Vorst&auml;nde) zu schlie&szlig;en.&nbsp;<br /><br />Den Vormittag gab es ein Input zu den 13 Wegen, wie Designer ihre Kundenpr&auml;sentationen ruinieren k&ouml;nnen. Die meisten Punkte sind auch auf Salespr&auml;sentationen und Vortr&auml;ge anwendbar. Aufbauend auf Mikes' Erfahrungen, die er in <a href="https://medium.com/@monteiro/13-ways-designers-screw-up-client-presentations-51aaee11e28c" target="_blank">seinem Blog</a> skizziert hat, hier die Kernbotschaften:<br /><br /><strong>1. Den Kunden gl&uuml;cklich machen wollen</strong><br />Der Kunde hat dich beauftragt, ein Problem zu l&ouml;sen und nicht um eine Freundschaft zu schlie&szlig;en. Freunde kauft man ohnehin nicht ein. <u>Daher sind unbequeme Gespr&auml;che, Lernerfahrungen und "einen Spiegel vorsetzen" unvermeidbar.</u> Du bist der Experte, der beauftragt wird bzw. wurde, so solltest du dich auch verhalten. Der Kunde will das f&uuml;hlen und somit das Gef&uuml;hl bekommen, nicht die falsche Person beauftragt zu haben.<br /><br /><strong>2. Seinen Arsch nicht bewegen</strong><br />Bei einer Pr&auml;sentation ist der Raum deiner. Nutze ihn und bewege dich. Gehe auf Leute zu, schaue Leute an. Du bist der Experte f&uuml;r dein Thema, die Zuh&ouml;rer die Experten in den jeweiligen Teilbereichen. Und immer sch&ouml;n die H&auml;nde aus der Hosentasche halten!<br /><br /><strong>3. Mit einer Entschuldigung starten</strong><br />Niemals die Pr&auml;sentation mit einer Entschuldigung oder einer Klausel bzw. Einschr&auml;nkung starten. Das zerst&ouml;rt sonst nur die Erwartungen. Nat&uuml;rlich gilt das nicht f&uuml;r Dinge wie zu sp&auml;t kommen oder jmd. Kaffee &uuml;ber das Hemd sch&uuml;tten. Unvorbereitet? Dann den Termin lieber absagen als die wertvolle Zeit des Kunden verschwenden.<br /><br /><strong>&#8203;4. Unvorbereitet sein</strong><br />Du hast die wichtigen Leute zusammengetrommelt, die wohlm&ouml;glich besseres zu tun haben. Lass' sie wissen, dass sie wichtig sind, denn wir m&ouml;gen es wenn wir gebraucht werden. Bedanke dich f&uuml;r die Zeit im Vorfeld. Erkl&auml;re, welche Rolle sie haben, warum sie da sind und was du zeigen magst. Nutze die Chance und zeige, welche Experten sie sind.&nbsp;<br /><br /><strong>5. Eine Stadtrundfahrt veranstalten</strong><br />Es ist den Zuh&ouml;rern egal, was du alles gemacht hast: Du musst nicht jeden einzelnen Fetzen deiner Arbeit zeigen oder jeden Button auf der Website erkl&auml;ren. Leute sind nicht blind oder doof. Wichtiger ist es, zu beschreiben, Warum du dieses oder jenes gemacht hast. <u>Verkaufe die Vorz&uuml;ge deiner Arbeit, nicht die Funktionen.&nbsp;</u><br /><br /><strong>6. Keine Rollen verteilen</strong><br />Du hast genug zu tun, die Pr&auml;sentation zu halten. Frage Kollegen, Notizen zu machen. Verteile klare Expertenrollen in deinem Team, sodass bei R&uuml;ckfragen immer klar ist, wer auf welche Fragen antworten sollte.&nbsp;<br /><br /><strong>7. Ein Skript vorlesen</strong><br />Schau in die Augen der einzelnen Zuh&ouml;rer, und nicht auf's Skript!&nbsp; <u>Zeige Begeisterung und habe viel Raum f&uuml;r Improvisation</u>. Weil Termine selten wie geplant ablaufen. Akribisch sein kannst du bei der Arbeit, aber auf der B&uuml;hne musst du begeistern und Leute ansprechen.&nbsp;<br /><br /><strong>8. Sich verteidigen</strong><br />Arbeit, die im Austausch gegen Geld erfolgt, ist NICHT mehr deine eigene Arbeit. Sie ist Eigentum des Kunden. Daher solltest du nicht emotional sein und du brauchst dich daher auch nicht zu verteidigen. Auf Feedback sollte man immer h&ouml;flich "Danke" sagen, oder "Das ist ein interessantes Feedback, ich denke dar&uuml;ber nach." <u>Die ehrlichste Antwort kann auch "Ich wei&szlig; es nicht" sein</u>, anstatt rumzudrucksen und sich so &uuml;ber Kopf und Kragen reden (<a href="https://g.co/kgs/4Uh4xL" target="_blank">Buchtipp: "Thanks for the Feedback"</a>).<br /><br /><strong>9. Schriftarten erw&auml;hnen</strong><br />Wobei Schriftarten auch f&uuml;r Farbverl&auml;ufe, Paletten etc. stehen kann. Du brauchst nicht alles zu erkl&auml;ren, denn es gibt ja bereits einen Experten im Raum - der bist du! Versuche stattdessen, immer einen Bezug zum Kunden und deren Unternehmen herzustellen. Denn darin sind sie Experten.<br /><br /><strong>10. Erw&auml;hnen, wie hart man gearbeitet hat</strong><br />H&ouml;r' auf, dein Ergebnis als eine Zeiteinheit zu definieren - die L&ouml;sung sollte als "einfach" r&uuml;berkommen. Wenn du es richtig gemacht hast, wird es so interpretiert. Wenn du Schrott ablieferst, wird der Kunde sich wundern, warum du 30 Stunden daf&uuml;r in Rechnung stellen willst.&nbsp;<br /><br />Abrechnung nach Stunden oder Tage: Bei der IBM habe ich schon Value-based Pricing kennengelernt, aber es ist doch immer noch sehr anstrengend, weg von Tages- oder Stundensatz-Diskussionen zu kommen. <u>Am Ende des Tages verkaufst du eine Probleml&ouml;sung.</u> Diese L&ouml;sung sorgt f&uuml;r eine Wertsteigerung, wie mehr Umsatz etc. ... von diesem Erfolg darfst du ruhig einen Kuchen abhaben. Dies muss man den Kunden klarmachen. Es ist vollkommen logisch und auch einfach nur menschlich, wenn man dem Tante-Emma-Laden um die Ecke f&uuml;r den gleichen Arbeitsaufwand einen anderen Preis in Rechnung stellt, als f&uuml;r den Gro&szlig;konzern, der mit der L&ouml;sung auch viel mehr Wert macht. Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RKXZ7t_RiOE&amp;feature=youtu.be" target="_blank">tolles Video</a> zur wertbasierten Bepreisung einer (Design-)Dienstleistung.&nbsp;<br /><br /><strong>11. Auf Fragen so zu reagieren als seien diese &Auml;nderungsw&uuml;nsche</strong><br /><span>Die zwei kl&uuml;gsten Aussagen, die du bei Kundengespr&auml;chen machen kannst, sind "Warum?" und "Nein". Bei "Warum?" versuchst du das Feedback besser zu verstehen, anstatt sofort in Aktionismus zu verfallen: Wenn der Kunde fragt: "Warum ist der Button Rot?", dann ist die Antwort eben nicht "Oh, wir k&ouml;nnen diesen auch Gr&uuml;n machen!". Denn das sorgt f&uuml;r Verunsicherung. Der Kunde fragt sich innerlich "Ah, versteht er &uuml;berhaupt was von seiner Arbeit?" oder denkt sich sogar "Cool, wenn ich &Auml;nderungsw&uuml;nsche haben will, brauche ich nur zu fragen!". Hier kommt auch das zweite magische Wort ins Spiel: "Nein!". Nein-sagen ist nicht verkehrt, weil es ansonsten deine Expertise untergr&auml;bt und du den Kunden dann eher "erziehst" und aufschlaust, anstatt als Experte f&uuml;r ein Problem Abhilfe zu schaffen.<br /><br /><strong>12. Das Feedback nicht anleiten</strong><br />Die zweitschlimmste Frage, die man nach einer Pr&auml;sentation stellen kann ist: "Was denken Sie nun?". Die meisten Kunden haben keine Ahnung, was f&uuml;r eine Art von Feedback du willst. Und da der Kunde nicht jeden Tag nach Feedback gefragt wird, ist es f&uuml;r ihn ungewohnt. Daher ist es wichtig, die Frage nach Feedback so zu formulieren, dass der Kunde als Experte in seinem Feld abgeholt wird. Bessere Fragen sind z.B.: "Wie sehr spiegelt die Arbeit ihre Marke wieder?", "Wie sehr sind die Kundenbed&uuml;rfnisse bedient, die wir mit ihrer Marktforschung besprochen haben?" oder "Passt die Ausarbeitung zu ihrer aktuellen Werbestrategie?".&nbsp;<br />Die grausamste Feedback-Aufforderung ist jedoch:<br /><br /><strong>13.&nbsp;"M&ouml;gen Sie es?"</strong></span><br />Nun hast du den Status eines Experten abgegeben. Du bist nun wie ein kleines Kind, welches seiner Mutter ein selbstgemaltes Katzenbild pr&auml;sentiert. <u>Der Kunde hat dich nicht beauftragt, etwas zu schaffen, was er mag</u> - manchmal ist es gerade das Unliebsame, was dem Kunden nachher zum Erfolg f&uuml;hrt. Das sollte von Anfang an so kommuniziert werden.<br /><br /><br />Puh, das ist einfacher gesagt als getan. Am Nachmittag konnte dann jeder Teilnehmer eine f&uuml;nfmin&uuml;tige Pr&auml;sentation halten. Ich habe unser <a href="http://innovation-kickbox.de" target="_blank">Innovation Kickbox-Programm</a> vorgestellt. Nach einer intensiven Runde Feedback wurde direkt ein zweites mal pr&auml;sentiert - mit teilweisen dramatischen Verbesserungen. Meine Key Learnings:<ul><li>Weniger ist mehr - statt 25 hatte ich beim zweiten Durchgang nur noch 15 Slides</li><li>Schau die Zuh&ouml;rer einzelnd an (vor allem die, die zuh&ouml;ren)</li><li>Wer weniger spricht, kommt intelligenter r&uuml;ber</li><li>Feedback nach einer Pr&auml;sentation kann in der Regel SOFORT umgesetzt werden (1 kritischer Probedurchlauf ist also sehr hilfreich)</li><li>Der Wissenschaftler (Daniel) schaut gern auf den Boden - Blickkontakte mit dem Publikum - und einzelnen Teilnehmern - halten!</li></ul></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>